Rettungstauchen

Um Rettungstaucher, in manchen Organisationen auch Einsatztaucher genannt, zu werden ist eine abgeschlossene Wasserretterausbildung Voraussetzung. Anschließend kann man mit der 1,5-jährigen Ausbildung beginnen. Hierbei wechseln theoretische Einheiten mit der praktischen Ausbildung ab.

Am Anfang wird die Kondition und Tauchfertigkeiten zwar noch ohne Tauchgerät, aber bereits mit Flossen und Schnorchel im Freibad geübt und verbessert. Nach der theoretischen Einweisung in das Tauchgerät, geht es dann auch schon mit dem Gerät ins Wasser. Am Anfang ebenfalls noch im Freibad. Hierbei geht es vor allem um die Gewöhnung an das Wasser und das Tauchgerät. Die Schwimmlage im Wasser (Tarierung) wird verbessert und bereits die ersten Rettungsübungen durchgeführt.
Nach und nach wird dann ins Freigewässer gewechselt. Hier kommt noch schlechte Sicht, Kälte und Schwierigkeiten durch Unterwasserpflanzen hinzu. Mit steigender Erfahrung und Anzahl an Tauchgängen steigt auch die Tiefe und Komplexität der Aufgaben. Am Ende sind es 20m Tauchtiefe und Wechselatmung, Retten von verunglückten Tauchern, Unterwasserarbeiten und Suchtechniken unter Wasser. Gerade hierbei ist es wichtig, dass das Team Leinenführer-Rettungstaucher gut zusammenarbeitet, da oftmals der Taucher unter Wasser blind arbeiten muss und sich so komplett auf den Leinenführer an Land verlässt.
An theoretischem Wissen eignen sich die Anwärter in den knapp zwei Jahren Kenntnisse im Bereich Tauchphysik, Tauchmedizin, Tauchpraxis, Tauchgangsplanung, Recht, Natur- und Gewässerschutz sowie Gerätekunde an. Den Abschluss bildet die theoretische und praktische Prüfung.

Ausgebildete Rettungstaucher sind in der Schnelleinsatzgruppe zu Personenrettungen, Vermisstensuchen, Bergungen und in der Eisrettung eingesetzt. Um den Tauchschein zu verlängern sind jedes Jahr mindestens 10 Tauchgänge nötig.

Bei Einsatz- und Übungstauchgängen ist beim Tauchen Teamwork angesagt. Jeder Tauchgang wird von einem Taucheinsatzführer geleitet, der den Überblick über die eingesetzten Taucher behält und die Tauchgebiete einteilt. Zur Sicherung der eingesetzten Taucher muss pro Tauchtrupp ein vollständig ausgerüsteter Sicherungstaucher an Land bereitstehen. Den Tauchgang selbst führt der Einsatztaucher mit Unterstützung des Leinenführers durch, der den Taucher führt.
In der Wasserwacht Reisbach haben wir aktuell 5 ausgebildete Rettungstaucher. Zusätzlich sind drei weitere Mitglieder aktuell in der Ausbildung und legen im nächsten Jahr die Prüfung ab